Indien – alles zu Reise, Politik, Wirtschaft und Kultur Indiens

Indien: Bollywood, Gurus und heilige Kühe


Strasse in Indien. istockphoto: ferrantraite

Das ist es, worauf viele Menschen das Land Indien reduzieren. Ganz falsch ist das zwar nicht, immerhin sind die Filme von Bollywood schon fast so bekannt wie die von Hollywood. Gurus werden auch immer noch in Indien gesucht und dass es dort heilige Kühe gibt ist sowieso klar.

Aber Indien ist mehr als das, Indien ist eine aufstrebende Wirtschaftsmacht und eine der größten Volkswirtschaften unserer Zeit. Und das obwohl in weiten Teilen des riesigen Landes immer noch bittere Armut vorherrscht, sehr zum Entsetzen unvorbereiteter Indientouristen.

So wird Indien auch immer wieder mit dritter Welt und Mutter Teresa in Zusammenhang gebracht, aber auch mit gewaltfreien Revolutionen, Mahatma Gandhi und friedlichen hinduistischen Mönchen.

Der indische Subkontinent ist so vielfältig wie kaum ein anderes Reiseziel dieses Planeten. Finden Sie hier aktuelle Informationen zu Politik, Wirtschaft und Tourismus, interessante Bücher zu Indien und allerhand weitere nützliche Informationen.

27. Mitternachts-Tee


Unter einem riesigen Baum hat sich ein Barbier nieder gelassen. Es scheint gleichzeitig sein Geschäfts- und Wohnhaus zu sein. Ein hölzerner Karren, auf dessen Räder eine Platte mit einem dicken Seil fest gebunden ist. Auf der Platte sind einige Gegenstände abgelegt, die mit einem Jutesack abgedeckt sind. Verkaufsware? An dem Stamm des riesigen Baumes, unter dem das Geschäft steht, ist mit einem dicken Nagel ein alter, fast blinder Spiegel aufgehängt.

Vor dem Spiegel steht ein Friseurstuhl, wie er vor fast hundert Jahren in Deutschland im Einsatz war. Neben dem Stuhl schläft ein magerer Wachhund. Es dauert einige Zeit, bis ich den Chef des Unternehmens entdeckt habe. Er liegt zusammengerollt unter der Abdeckplatte, die über die Räder gelegt worden ist. Einfach so auf dem Boden, nur mit einem dünnen Schal zu Weiterlesen »

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Protestaktion: Rindfleischparty


Die “Unberührbaren” sind noch immer die unterste Schicht in der gesellschaftlichen Hierarchie, obwohl das Kastensystem an sich nicht mehr Teil der Rechtsordnung in Indien ist. Vor Ort als “Dalit” bezeichnet, sind sie de facto noch immer eine diskriminierte Gruppe. Ihr Kampf dreht sich auch um eine Besonderheit – was auf den ersten Blick verwundert: Gegen die Heiligkeit der Kuh als Teil des Hinduismus und der hiesigen Tradition. Kühe sind unantastbar und verehrt. Der Ärger der Dalit richtet sich auch gegen das daran unschuldige Tier an sich – eine Provokation.

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26. Business bleibt Business


Die Schönheit des Sonnenunterganges, das Gewirr der Menschen, die Geräusche, die Düfte, das alles verzaubert mich und ich fühle mich weggetragen in eine Welt, die ich bisher noch nicht einmal erahnen konnte. Wo ist die rationalistische Geschäftsfrau geblieben? Sie ist irgendwo zwischen der Landung in Mumbay und meiner Businesskleidung hängen geblieben. Bin ich eine romantische Träumerin der Hippy-Ära geworden? Wie kommen hier die erfolgreichen Geschäftsleute denn mit dieser Welt zurecht? Dieses Land verwirrt und fasziniert mich immer mehr.

Die Abendgesellschaft findet in einem Haus statt, das für westlichen Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die Architektur ist streng modern. Die Ausstattung und Einrichtung eine Mischung aus Kolonialzeit, britischer Rosenliebe, die sich in den Dekorationsstoffen zeigt und indischer Liebe zu verspieltem Nippes und Kitsch. Alles aber ganz sicher ausgesprochen teuer. Diesen Lebensstil habe ich in den Häusern, in denen die Bollywood-Filme spielen, gesehen und geglaubt, dass so doch niemand lebt und alles eine Weiterlesen »

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25. Alt-Delhi


Direkt vor uns steht das Red Fort, die Palastanlage, von der aus über Jahrhunderte die Mogulherrscher ihr riesiges Reich regiert haben und in unvorstellbarem Luxus lebten. Mr. Ravi führt mich durch die gewaltigen Torbogen und ich bin überwältigt von der Schönheit dieses Palastes. Im Innenhof steht die große Halle, in der der Herrscher, umgeben von seiner Familie und seinen Haremsdamen tafelte. Große Baldachine, geschmückt mit Stickereien haben die großzügigen Flächen vor der Sonne geschützt und in den Wasserbecken strömte parfümiertes und bunt gefärbtes Wasser.

Aber jetzt ist von dem herrschaftlichen Luxus nur noch ein Abglanz zu sehen, der sich in der harmonischen Architektur und den noch erhaltenen Fresken und kunstvollen Mosaiken zeigt. Auf den gepflegten Rasenflächen spielen Kinder, stolz beobachten ihre Eltern die Kleinen. Mr. Ravi erzählt mir, dass indische Eltern ihre Kinder sehr lieben und entgegen der westlichen Vorstellung lieben sie nicht nur ihre Söhne, sondern ihre Töchter lieben sie mit der gleichen Inbrunst, wie es alle Eltern überall auf Weiterlesen »

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Die geschützten Inseln Indiens


Selten werden sie zum Thema aktueller Berichterstattung und auch im Zusammenhang mit dem Tourismus spielen sie eine ziemlich untergeordnete Rolle: Die Inseln Indiens. Denn sie sind Urlauber nicht zugänglich und ganz besonders geschützt – umso erwähnenswerter ist nicht zuletzt deshalb ihre Schönheit.

Knapp 300 Inseln am Golf von Bengalen

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24. Autowelt


Erst seit wenigen Jahren arbeiten indische Autobauer in Kooperation mit deutschen und US-amerikanischen Herstellern neue Modelle aus, die aber teilweise auf dem Land nicht so gut ankommen, weil sie zu empfindlich sind. Außerdem können sich die meisten Inder keine teuren ausländischen Produkte leisten.

Jetzt werde ich auch auf die riesigen Werbeplakate aufmerksam. Es werden Kredite beworben, das realisiere ich erst jetzt. Autokredite, Waschmaschinenkredite, Spülmaschinenkredite. Ein Leben wie in Europa oder USA wird beworben. Ob das für die indische Gesellschaft gut ist? Na ja, antwortet mir Mr. Ravi. Für die indische Wirtschaft schon und für die ausländischen Investoren….. Heutzutage hat oft selbst eine einfache Frau in einer Lehmhütte ein Dampfbügeleisen. Zumindest in den großen Städten. Das war vor einigen Weiterlesen »

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23. Indische Impressionen


Heute habe ich mich festlich angezogen. Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist angebracht. Die indischen Modezeitungen haben mir ein Bild der Inderin gezeichnet, dem ich nicht nachstehen möchte. Mein Eindruck war ja zunächst, sie tragen einfach einen Sari und gut ist. Aber zu meinem größten Erstaunen habe ich fest stellen müssen, es gibt tatsächlich eine Sarimode. Und wenn die Inderinnen auch nur annähernd so sind, wie mir beim Blättern in den Frauenzeitschriften, die in der Hotellobby ausliegen, erscheint, dann sind sie sehr modebewusst, sehr elegant und legen größten Wert darauf, ihre Schönheit auch von der besten Seite zu zeigen.

Die Saris sind so schön, dass ich mir am liebsten einen kaufen würde. Aber leider habe ich keine Ahnung, wie er gewickelt wird. Diese Kombination aus Hose, langer Bluse und Schal, die die Frauen hier im Norden Indiens überwiegend tragen, gefällt mir auch sehr gut und ich habe mir in der Hotelboutique so einen Punjabi-Dress gekauft. Ich fühle mich so toll darin, so feminin, wie ich es mir Weiterlesen »

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Der Kultus “Hochzeit” in Indien


Für Urlauber nicht alltäglich, besonders und sehenswert sind Hochzeiten in Indien. Wer die Chance hierzu erhält, sollte sie auch nutzen.

Die Vorbereitungen der Zeremonie finden ab dem Moment statt, wo die Götter ihre Zustimmung zur geplanten Verbindung abgeben. Dies geschieht nach einem traditionellen Befragen eines Orakels oder Horoskop der jeweilig bevorzugten Gottheit. Ab diesem Moment gilt das Paar als verlobt. Ob dieses es will, ist eine andere Frage – sofern sie derselben Kaste angehören und die Familien dahingehend entschieden haben, spricht traditioneller Weise nichts dagegen Weiterlesen »

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22. Von Mumbay nach Delhi


Irgendwie sind die Besprechungen doch noch zufriedenstellend verlaufen. Obwohl ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass meine Vorstellungen vom Produktionsablauf und der Einhaltung der Termine ziemlich verschieden sind von denen meiner Vertragspartner. Aber wenn dieses Geschäft gut abgewickelt werden kann, werden noch weitere folgen. Die Zusammenarbeit wird für beide Seiten erfolgreich werden.

In Delhi werde ich von einem Mitarbeiter meines Geschäftspartners Mr. Kumar am Flughafen erwartet. Die Stadt ist deutlich anders als Mumbay. Wir fahren durch das Regierungsviertel und man kann deutlich erkennen, dass hier viel für Sauberkeit und Ordnung getan wird. Bei der Größe und Weitläufigkeit der Regierungsgebäude wird mir klar, dass ich das Machtzentrum eines riesigen Staates durchfahre. Sechs- und achtspurige Boulevards werden von großzügigen Parkanlagen gesäumt. Die Menschen hier machen einen sehr Weiterlesen »

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21. High Tech


Hier scheinen mir alle sehr großzügig und bestens erzogen, denn offenbar ignorieren sie, dass ich bei der ersten Besprechung weder richtig vorbereitet war noch in passender Weise aufgetreten bin. Höflich und leicht distanziert werde ich behandelt und finde mich immer neuen Herausforderungen ausgesetzt. Inder sind anders als alle Geschäftspartner, die mir bisher begegnet sind.

Es scheint, sie geben sofort nach. Jeder Bedingung. Es scheint, es ist alles machbar, alles ist möglich. Der Kunde bekommt jeden Wunsch von den Augen abgelesen und erfüllt. Ob ich in ein Touristengeschäft gehe und nach Geschenken suche oder ob ich mit meinen Geschäftspartnern über Lieferbedingungen, Preise und Termine verhandele. Es ist alles möglich und wird sofort erfüllt.

Heute bin ich eingeladen, einen der modernsten High Weiterlesen »

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