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22. Von Mumbay nach Delhi


Irgendwie sind die Besprechungen doch noch zufriedenstellend verlaufen. Obwohl ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass meine Vorstellungen vom Produktionsablauf und der Einhaltung der Termine ziemlich verschieden sind von denen meiner Vertragspartner. Aber wenn dieses Geschäft gut abgewickelt werden kann, werden noch weitere folgen. Die Zusammenarbeit wird für beide Seiten erfolgreich werden.

In Delhi werde ich von einem Mitarbeiter meines Geschäftspartners Mr. Kumar am Flughafen erwartet. Die Stadt ist deutlich anders als Mumbay. Wir fahren durch das Regierungsviertel und man kann deutlich erkennen, dass hier viel für Sauberkeit und Ordnung getan wird. Bei der Größe und Weitläufigkeit der Regierungsgebäude wird mir klar, dass ich das Machtzentrum eines riesigen Staates durchfahre. Sechs- und achtspurige Boulevards werden von großzügigen Parkanlagen gesäumt. Die Menschen hier machen einen sehr geschäftigen Eindruck.

Aber was den Straßenverkehr angeht, ist Delhi nur als Chaos zu beschreiben. Praktisch fährt man von einem Stau in den nächsten. Nach 45 Minuten kommen wir vor einem der großen Luxushotels einer internationalen Hotelkette an. Von der Armut der Menschen und den Slums, wie ich sie in Mumbay sofort bei meiner Ankunft gesehen habe, war zumindest auf der Fahrt vom Flughafen bis hier her nichts zu sehen. Livrierte Hoteldiener kümmern sich um mein Gepäck und ich bin mehr als überrascht über die faszinierende Innenausstattung der Lobby. Eine Mischung aus moderner Funktionalität, kombiniert mit Akzenten wie aus Märchen aus 1001 Nacht in Harmonie mit traditioneller indischer Architektur. Eine Mischung die es in sich hat.

Die fremde und gleichzeitig großzügige Atmosphäre beeindruckt mich und ich bin gespannt auf die nächsten Tage. In Delhi sind nur zwei Besprechungen innerhalb von 3 Tagen vorgesehen und ich werde hier viel mehr Zeit haben, Indien kennen zu lernen, als in Mumbay. Mr. Ravi ist ausgesprochen freundlich und viel persönlicher in seiner Art, als Mr. Kumar. Vielleicht hat es auch etwas mit der gesellschaftlichen Stellung zu tun. Mr. Ravi ist schließlich ein Angestellter. Wie ich gelesen habe, sollen die Inder trotz einer modernen Verfassung, in der alle Bürger des Staates gleich gestellt sind, noch immer an dem längst abgeschafften Kastensystem fest halten.

Nach einer kurzen Ruhepause wird Mr. Ravi kommen, um mich zu einem kleinen privaten Fest in sein Haus zu holen. Ich bin schon sehr gespannt, vor allem, um mit Inderinnen plaudern zu können. Die indischen Geschäftsfrauen, die ich in Mumbay kennen gelernt habe, waren nicht an persönlichen Gesprächen interessiert. Aber bei einem Familienfest wird es sicher etwas anders sein. Ich freue mich schon darauf.

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