Indien – alles zu Reise, Politik, Wirtschaft und Kultur Indiens

24. Autowelt


Erst seit wenigen Jahren arbeiten indische Autobauer in Kooperation mit deutschen und US-amerikanischen Herstellern neue Modelle aus, die aber teilweise auf dem Land nicht so gut ankommen, weil sie zu empfindlich sind. Außerdem können sich die meisten Inder keine teuren ausländischen Produkte leisten.

Jetzt werde ich auch auf die riesigen Werbeplakate aufmerksam. Es werden Kredite beworben, das realisiere ich erst jetzt. Autokredite, Waschmaschinenkredite, Spülmaschinenkredite. Ein Leben wie in Europa oder USA wird beworben. Ob das für die indische Gesellschaft gut ist? Na ja, antwortet mir Mr. Ravi. Für die indische Wirtschaft schon und für die ausländischen Investoren….. Heutzutage hat oft selbst eine einfache Frau in einer Lehmhütte ein Dampfbügeleisen. Zumindest in den großen Städten. Das war vor einigen Jahren noch undenkbar.

Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass es am Abend gegen 7 Uhr schon dunkel wird. Delhi ist hell beleuchtet und die riesigen Werbeschriften blenden mich. Der schwere Duft von exotischen Blüten vermischt sich mit Dieselabgasen, kaum dass wir den Hotelgarten verlassen hatten. Die Emissionen sind hier extrem hoch, das merkt man deutlich. Es stört mich mittlerweile nicht mehr und ich genieße die Fahrt durch das abendliche Delhi.

Mr. Ravi fährt zügig mal große Boulevards entlang, dann biegt er rasant in eine Nebenstraße und wenig später sind wir wieder auf einer der großen Prachtstraßen, von denen es in Delhi scheinbar sehr viele gibt. Ich bin fasziniert von den Gegensätzen, die so krass sind. Fahren wir über die Boulevards, sehe ich eine Stadt, wie sie in der westlichen Welt nicht strahlender und luxuriöser aussehen kann. In den Nebenstraßen und Gassen denke ich, ist die Zeit stehen geblieben. Indien, wie es seit Jahrhunderten existiert und noch weitere Jahrhunderte existieren wird.

Mr. Ravi lacht. Nein, dass ist es nicht, das alte Indien. Das alles hier ist das moderne Indien. Um das alte Indien zu sehen, muss ich auf das Land fahren. Das alte Indien existiert in den Dörfern. Er erklärt mir im Vorbeifahren, dass das große Gebäude mit der Rundkuppel das Parlamentsgebäude ist, in dem vor einigen Jahren Terroristen einen schweren Anschlag verübt haben.

Wenig später fahren wir in einen Bereich ein, der so lebendig, so quirlig ist, dass mir als Vergleich nur noch das Gewühl in einem Ameisenhaufen einfällt. Wir haben Alt-Delhi erreicht. Stolz erzählt mir Mr. Ravi, dass die Stadt, die wir gerade durch fahren, auf dem Fundament von 6 anderen Städten steht, von denen jede eine eigene Kulturepoche repräsentiert.

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